Wie finde ich einen guten Honorarberater?
Ob Hausbank oder Versicherungsvertreter – die Altersvorsorge der meisten Österreicher wird von Beratern gestaltet, die durch Provisionen bezahlt werden. Diese Kosten sind unsichtbar, werden direkt von deinem Kapital abgezogen und schmälern deine Rendite über Jahrzehnte. Ein Honorarberater arbeitet anders: Er wird ausschließlich von dir bezahlt und ist damit frei von Produktinteressen.
Was macht ein Honorarberater eigentlich?
Ein Honorarberater fungiert als neutraler Sachverständiger für deine Finanzen. Im Gegensatz zum klassischen Bankberater, der primär Produkte der eigenen Bank oder Versicherung verkauft, analysiert ein Honorarberater deine gesamte finanzielle Situation völlig produktunabhängig. Sein primäres Ziel ist die Erstellung einer maßgeschneiderten Strategie, die deine Ziele – wie etwa den vorzeitigen Ruhestand oder den Hauskauf – bestmöglich erreicht.
Zu den Kernaufgaben gehört die Erstellung von wissenschaftlich fundierten Anlagekonzepten, oft auf Basis von kostengünstigen ETFs oder sogenannten Nettopolizzen. Letztere sind Versicherungstarife ohne eingepreiste Provisionen, die in Österreich nur über spezialisierte Honorarberater zugänglich sind. Ein echter Berater wird dir zudem oft raten, bestehende teure Verträge zu optimieren oder Schulden zu tilgen, statt neue Investments abzuschließen – eine Empfehlung, die ein Provisionsverkäufer aus Eigeninteresse selten geben würde.
Wie viel kostet ein Honorarberater in Österreich?
Die Vergütung in der Honorarberatung ist transparent und wird vorab schriftlich vereinbart. In Österreich gibt es im Wesentlichen drei gängige Abrechnungsmodelle, die je nach Umfang der Beratung zum Einsatz kommen.
Am häufigsten ist das Zeithonorar. Ein qualifizierter Honorarberater verlangt in Österreich üblicherweise einen Stundensatz zwischen 150€ und 250€. Für komplexere steuerliche oder rechtliche Fragestellungen können die Sätze vereinzelt bis zu 320€ steigen. Wichtig für dich als Konsument: In Österreich fallen auf Beratungsleistungen 20% Umsatzsteuer (USt) an. Während Provisionen bei Versicherungen oft steuerfrei abgerechnet werden, musst du das Honorar brutto kalkulieren.
Neben dem Stundensatz gibt es oft Pauschalhonorare für spezifische Pakete, wie etwa eine komplette Depot-Analyse oder die Vermittlung einer Nettopolizze. Bei der langfristigen Betreuung von großen Vermögen ist zudem ein volumensabhängiges Honorar üblich, das meist zwischen 0,5% und 1,5% des verwalteten Vermögens pro Jahr liegt.
Wie viel verdient ein Honorarberater?
Die Einkommenssituation von Honorarberatern in Österreich variiert stark zwischen Angestellten in großen Beratungsgesellschaften und Selbstständigen. Angestellte Finanzberater verdienen im Durchschnitt etwa 56.400€ brutto pro Jahr. Bei erfahrenen Unternehmensberatern in der Finanzbranche liegt das Gehalt oft über 62.700€.
Selbstständige Honorarberater erzielen zwar oft hohe Umsätze von über 100.000€ pro Jahr, tragen aber auch sämtliche Kosten für Haftpflichtversicherungen, GISA-Gebühren und laufende Fortbildungen selbst. Ein selbstständiger Experte muss ein Honorar von etwa 120€ bis 150€ pro Stunde verlangen, um nach Abzug aller Kosten und Steuern ein Nettoeinkommen zu erzielen, das mit einem gut bezahlten Angestelltenverhältnis vergleichbar ist. Da die Vor- und Nachbereitung einer Beratung oft viel Zeit in Anspruch nimmt, die nicht direkt fakturiert werden kann, ist ein hoher Stundensatz für eine nachhaltige Kanzleiführung essenziell.
Liste seriöser Berater & Portale in Österreich
Um dir die Suche zu erleichtern, haben wir hier eine Auswahl an etablierten Unternehmen und Plattformen zusammengestellt, die in Österreich für Honorarberatung oder unabhängige Analysen bekannt sind:
| Anbieter / Portal | Fokus | Standort |
|---|---|---|
| fynup | Digitale Finanzberatung | Online |
| Mag. Dr. Wolfgang Ellmaier | Strategische Finanzplanung | Wien |
| Capscale Honorarberatung | Unabhängige Honorarberatung | Online |
| Fire Finanzberatung | Unabhängige Honorarberatung | Online |