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    Wie finde ich einen guten Honorarberater?

    Marcel Unterlerchnervon Marcel Unterlerchner
    Stand: 23.02.2026

    Ob Hausbank oder Versicherungsvertreter – die Altersvorsorge der meisten Österreicher wird von Beratern gestaltet, die durch Provisionen bezahlt werden. Diese Kosten sind unsichtbar, werden direkt von deinem Kapital abgezogen und schmälern deine Rendite über Jahrzehnte. Ein Honorarberater arbeitet anders: Er wird ausschließlich von dir bezahlt und ist damit frei von Produktinteressen.

    Das Wichtigste in Kürze

    Ein guter Honorarberater zeichnet sich durch absolute Unabhängigkeit von Banken und Versicherungen aus. Um in Österreich einen seriösen Experten zu finden, achte auf diese vier Kernpunkte:

    • Vergütung: Ein echter Berater wird ausschließlich durch dein Honorar bezahlt und erstattet sämtliche Provisionen (Kickbacks) an dich zurück.
    • Zulassung: Prüfe die Gewerbeberechtigung im GISA-Register; der Berater sollte als „Gewerblicher Vermögensberater“ gemeldet sein.
    • Kosten: Üblich sind Stundensätze zwischen 150€ und 250€ (zzgl. 20% USt in Österreich).
    • Produkte: Ein Honorarberater bietet dir Zugang zu provisionsfreien Nettopolizzen und kostengünstigen ETFs.
    • Tipp: Die Kernfrage nach der Unabhängigkeit sollte bereits im Erstgespräch geklärt werden. Fordere eine schriftliche Bestätigung ein, dass keine versteckten Provisionen fließen.

    Was macht ein Honorarberater eigentlich?

    Ein Honorarberater fungiert als neutraler Sachverständiger für deine Finanzen. Im Gegensatz zum klassischen Bankberater, der primär Produkte der eigenen Bank oder Versicherung verkauft, analysiert ein Honorarberater deine gesamte finanzielle Situation völlig produktunabhängig. Sein primäres Ziel ist die Erstellung einer maßgeschneiderten Strategie, die deine Ziele – wie etwa den vorzeitigen Ruhestand oder den Hauskauf – bestmöglich erreicht.

    Zu den Kernaufgaben gehört die Erstellung von wissenschaftlich fundierten Anlagekonzepten, oft auf Basis von kostengünstigen ETFs oder sogenannten Nettopolizzen. Letztere sind Versicherungstarife ohne eingepreiste Provisionen, die in Österreich nur über spezialisierte Honorarberater zugänglich sind. Ein echter Berater wird dir zudem oft raten, bestehende teure Verträge zu optimieren oder Schulden zu tilgen, statt neue Investments abzuschließen – eine Empfehlung, die ein Provisionsverkäufer aus Eigeninteresse selten geben würde.

    Wie viel kostet ein Honorarberater in Österreich?

    Die Vergütung in der Honorarberatung ist transparent und wird vorab schriftlich vereinbart. In Österreich gibt es im Wesentlichen drei gängige Abrechnungsmodelle, die je nach Umfang der Beratung zum Einsatz kommen.

    Am häufigsten ist das Zeithonorar. Ein qualifizierter Honorarberater verlangt in Österreich üblicherweise einen Stundensatz zwischen 150€ und 250€. Für komplexere steuerliche oder rechtliche Fragestellungen können die Sätze vereinzelt bis zu 320€ steigen. Wichtig für dich als Konsument: In Österreich fallen auf Beratungsleistungen 20% Umsatzsteuer (USt) an. Während Provisionen bei Versicherungen oft steuerfrei abgerechnet werden, musst du das Honorar brutto kalkulieren.

    Neben dem Stundensatz gibt es oft Pauschalhonorare für spezifische Pakete, wie etwa eine komplette Depot-Analyse oder die Vermittlung einer Nettopolizze. Bei der langfristigen Betreuung von großen Vermögen ist zudem ein volumensabhängiges Honorar üblich, das meist zwischen 0,5% und 1,5% des verwalteten Vermögens pro Jahr liegt.

    Wie viel verdient ein Honorarberater?

    Die Einkommenssituation von Honorarberatern in Österreich variiert stark zwischen Angestellten in großen Beratungsgesellschaften und Selbstständigen. Angestellte Finanzberater verdienen im Durchschnitt etwa 56.400€ brutto pro Jahr. Bei erfahrenen Unternehmensberatern in der Finanzbranche liegt das Gehalt oft über 62.700€.

    Selbstständige Honorarberater erzielen zwar oft hohe Umsätze von über 100.000€ pro Jahr, tragen aber auch sämtliche Kosten für Haftpflichtversicherungen, GISA-Gebühren und laufende Fortbildungen selbst. Ein selbstständiger Experte muss ein Honorar von etwa 120€ bis 150€ pro Stunde verlangen, um nach Abzug aller Kosten und Steuern ein Nettoeinkommen zu erzielen, das mit einem gut bezahlten Angestelltenverhältnis vergleichbar ist. Da die Vor- und Nachbereitung einer Beratung oft viel Zeit in Anspruch nimmt, die nicht direkt fakturiert werden kann, ist ein hoher Stundensatz für eine nachhaltige Kanzleiführung essenziell.

    Liste seriöser Berater & Portale in Österreich

    Um dir die Suche zu erleichtern, haben wir hier eine Auswahl an etablierten Unternehmen und Plattformen zusammengestellt, die in Österreich für Honorarberatung oder unabhängige Analysen bekannt sind:

    Anbieter / PortalFokusStandort
    fynupDigitale FinanzberatungOnline
    Mag. Dr. Wolfgang EllmaierStrategische FinanzplanungWien
    Capscale HonorarberatungUnabhängige HonorarberatungOnline
    Fire FinanzberatungUnabhängige HonorarberatungOnline

    Wie finde ich einen guten Honorarberater?

    Einen seriösen Berater erkennst du primär an seiner Zulassung und seiner Transparenz. In Österreich gibt es keinen geschützten Berufstitel „Honorarberater“, weshalb fast jeder diesen Begriff verwenden darf. Achte daher auf folgende Schritte:

    1. Gewerbeberechtigung prüfen: Ein echter Berater sollte als „Gewerblicher Vermögensberater“ im GISA-Register eingetragen sein.
    2. Provisionen ausschließen: Frage explizit, ob der Berater Provisionen (Kickbacks) erhält. Ein seriöser Honorarberater bestätigt dir schriftlich, dass er sämtliche Provisionen an dich rückerstattet oder nur provisionsfreie Produkte vermittelt.
    3. Interessenkonflikte hinterfragen: Prüfe, ob der Berater auch als Versicherungsmakler tätig ist. Eine parallele Zulassung ist zwar möglich, erfordert aber eine strikte Trennung der Vergütungsmodelle, um „Greenwashing“ (versteckte Provisionen trotz Honorar-Label) zu vermeiden.
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    Häufig gestellte Fragen

    In der Regel bieten klassische österreichische Filialbanken keine echte Honorarberatung an. Sie agieren meist als Erfüllungsgehilfen ihrer hauseigenen Produktanbieter (z.B. Union Investment oder Wiener Städtische). Selbst wenn eine „Beratungsgebühr“ verlangt wird, fließen im Hintergrund oft versteckte Provisionen (Kickbacks). Eine echte Honorarberatung findet ausschließlich durch unabhängige gewerbliche Vermögensberater statt, die gesetzlich verpflichtet sind, Provisionen an den Kunden auszuhändigen oder direkt provisionsfreie Nettotarife zu nutzen.

    Vorsicht ist geboten, wenn ein Berater zwar ein Honorar verlangt, dir aber dennoch klassische Versicherungsprodukte mit hohen laufenden Kosten verkauft. Ein seriöser Berater händigt dir eine schriftliche Vergütungsvereinbarung aus und weist nach, dass er Zugriff auf Nettotarife (Nettopolizzen) hat, in denen keine Abschluss- oder Vertriebskosten enthalten sind. Prüfe zudem im GISA-Register, ob der Berater die Berechtigung zur „Vermittlung von Veranlagungen“ besitzt.

    Für Privatpersonen ist das Honorar leider nicht als Sonderausgabe absetzbar. Es zählt zu den Kosten der privaten Lebensführung. Ausnahme: Wenn du die Beratung für deine betriebliche Altersvorsorge oder im Rahmen von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nutzt, können die Kosten als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend gemacht werden.

    Das liegt an der Umsatzsteuer. Während Finanzvermittlung auf Provisionsbasis in der EU oft steuerbefreit ist, unterliegt die reine Beratungsleistung gegen Honorar in Österreich dem Regelsatz von 20% USt. In Deutschland ist die Honorar-Finanzanlagenberatung unter bestimmten Bedingungen umsatzsteuerfrei – diesen Vorteil haben wir in Österreich aktuell leider nicht.

    Bei kleinen Sparraten (unter 100€ monatlich) fressen die initialen Honorarkosten oft die Renditevorteile der ersten Jahre auf. Honorarberatung spielt ihre Stärken vor allem bei Einmalanlagen ab ca. 20.000€ oder bei langfristigen Rentenversicherungen (Nettopolizzen) aus, da hier die Ersparnis durch den Wegfall der Provisionen über 20–30 Jahre meist im fünfstelligen Bereich liegt.

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