FOML-M – Kosten
Fondsgebundene Lebensversicherungen tragen vier Kostenschichten: Versicherungssteuer, Abschluss- und Transaktionskosten (Alpha), laufende Verwaltungsgebühren (Beta) und Risikokosten. Beim ÖBV FOML-M als provisionsfreiem Nettotarif entfallen die Vermittlerprovisionen, die im Bruttotarif Alpha und Beta spürbar erhöhen.
Der aussagekräftigste Vergleichsmaßstab ist die Reduction in Yield (RiY): Sie verdichtet alle Kostenebenen zu einer einzigen Kennzahl und macht Tarife transparent vergleichbar. Die gesetzlich vorgeschriebene Berechnung basiert auf einer Renditeannahme von 6% p.a.
Steuern
Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen in Österreich fällt keine Kapitalertragssteuer an – dafür die Versicherungssteuer von 4%, die rückwärts aus der Bruttoprämie herausgerechnet wird: 100 € ÷ 1,04 = 96,15 € Nettoprämie. Über 30 Jahre mindert das die Rendite um lediglich 0,13% p.a.
Der eigentliche Vorteil zeigt sich langfristig: Auszahlungen und ETF-Wechsel innerhalb der Polizze bleiben vollständig KESt-frei – während ein normales Depot bei 6% Rendite mit rund 1,65% p.a. belastet würde. Die Versicherungssteuer ist damit kein Nachteil, sondern der Eintrittspreis für einen deutlich steuereffizienteren Mantel.
Abschluss- und Transaktionskosten
Als Nettotarif fallen hier ausschließlich die reinen Basis-Transaktionskosten von 1% auf die laufende Nettosparprämie an – bezogen auf den Bruttobeitrag entspricht das exakt 0,96%. Diese Kosten errechnen sich auf die Nettobeitragssumme der ersten 30 Jahre und werden in den ersten 5 Jahren dem Vertragsvolumen entnommen. Über 30 Jahre mindert das die Rendite um lediglich 0,06% p.a. bei einem gleichbleibenden Sparplan.
Für Zuzahlungen außerhalb des Sparplans gelten ebenso 1%, was einer Renditeminderung von rund 0,03% p.a. entspricht.
Verwaltungskosten
Die laufenden Kosten funktionieren ähnlich zur TER eines ETF und werden direkt dem Vertragsvolumen entnommen. ÖBV berechnet 0,10% p.a. der Nettobeitragssumme – die im Provisionstarif marktüblichen Folgeprovisionen von bis zu 1,00% p.a. entfallen im Nettotarif vollständig. Diese Verwaltungskosten berechnen sich anhand der Laufzeit mit einem Maximalwert von 0,52% bei 10-jährigen Verträgen; bei 30 Jahren Laufzeit sinken sie auf rund 0,13% der Nettobeitragssumme.
Hinzu kommen fixe Stückkosten von 3 € pro Monat (36 € p.a.). In Summe ergibt sich daraus eine Renditeminderung von 0,17% bis 0,25% p.a. – je höher die Sparrate, desto weniger fallen die Fixkosten ins Gewicht.
Risikokosten
ÖBV leistet im Todesfall stets 105% des Fondsguthabens, wofür laufend Risikoprämien nach der Österreichischen Sterbetafel 2010/2012 (unisex mod) anfallen. Die absoluten Risikokosten steigen naturgemäß mit Alter und Vertragsguthaben. Basierend auf einer Musterkalkulation einer 35-jährigen Person mit einem Anlagehorizont von 50 Jahren liegen sie bei Ø 0,20% p.a.
Tatsächliche Gesamtkosten
Der vollständige Versicherungsmantel – Steuern, Transaktionen, Verwaltung und Risiko zusammen – kostet im Nettotarif durchschnittlich nur 0,36% bis 0,75% p.a. an Rendite.
Rechnet man die internen ETF-Kosten (z. B. 0,20% p.a. TER) hinzu, ergibt sich eine Gesamtzinsminderung von schlanken 0,56% bis 0,95% p.a. – bei einer angenommenen Marktrendite von 6%.